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Digitaler Finanzbericht / XBRL in der Kreditwürdigkeitsprüfung

Posted on July 29, 2016 by Graf

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Die offizielle Homepage des Digitalen Finanzberichts finden Sie hier.

Banken und Sparkassen sind gesetzlich verpflichtet, sich über die wirtschaftlichen Verhältnisse ihrer Kreditnehmer informiert zu halten. Firmenkunden, die einen Kredit aufnehmen wollen oder aufgenommen haben, müssen deshalb ihren Jahresabschluss bei ihrer Bank oder Sparkasse einreichen, die den Abschluss analysiert und der Kreditwürdigkeitsprüfung zugrunde legt.

Unter der Bezeichnung “Digitaler Finanzbericht” wird ein Verfahren zur direkten elektronischen Übermittlung der Abschlussdaten an die Bank bzw. Sparkasse vorbereitet. Dieses Verfahren basiert auf der XBRL-Taxonomie. Nach den erfolgreich umgesetzten XBRL-Anwendungen Elektronische Einreichung von Jahresabschlüssen beim Bundesanzeiger und E-Bilanz ist der Digitale Finanzbericht ein weiteres Projekt, mit dem die Vorzüge des Reporting-Standards XBRL in großem Umfang genutzt werden. Da inzwischen praktisch alle bilanzierenden Unternehmen in Deutschland dafür gerüstet sind, ihre Jahresabschlüsse (auch) im XBRL-Format darzustellen, bringt der Digitale Finanzbericht insoweit für die Unternehmen als Kreditkunden keine weiteren technisch-organisatorischen Anforderungen mit sich. Vielmehr werden die bereits erfolgten Investitionen in die XBRL-Technik ein weiteres Mal genutzt, und auch die erforderliche technische Infrastruktur ist bereits weitgehend vorhanden.

Das Verfahren bringt für alle Beteiligten zahlreiche Vorteile und Synergieeffekte.

Vorteile für berichtende Unternehmen:

  • weniger administrativer Aufwand,
  • weniger Zeitaufwand,
  • geringere Prozesskosten,
  • weniger Papier,
  • kein fehleranfälliger und rückfrageinduzierender Medienbruch,
  • Beschleunigung eines wesentlichen Teils des Kreditprozesses.

Vorteile für Banken und Sparkassen:

  • Zeit- und der Kostenaufwand für die manuelle Erfassung der Abschlussdaten in den Systemen der Banken und Sparkassen entfällt,
  • Abschlussdaten stehen verzögerungsfrei zur Verfügung,
  • Beschleunigung eines wesentlichen Teils des Kreditprozesses.

Als wichtiger Beitrag zur Digitalisierung der Wirtschaft und wegweisende Innovation wird das Projekt im Rahmen der Digitalen Agenda der Bundesregierung unterstützt.

Die Umstellung auf den neuen digitalen Standard kann voraussichtlich ab April 2018 erfolgen.

Für die berichtenden Unternehmen bleiben Bankgeheimnis und Datenschutz selbstverständlich im vollen Umfang gewahrt. Der neue digitale Standard setzt auf die im Finanzdienstleistungsbereich erprobten Technologien zur Authentifizierung und Verschlüsselung auf. Damit sind die Abschlussdaten auf dem Übertragungsweg zuverlässig geschützt. Weiterhin wird ein besonderes Augenmerk auf die verlässliche Identifikation des Übermittlers gelegt, sodass Abschlüsse nur von autorisierten Nutzern versendet werden können. Übertragen werden die Abschlüsse direkt und ohne Zwischenstation in verschlüsselter Form.

Der Datenumfang und die Datentiefe werden durch das neue Verfahren weder verkürzt noch ausgeweitet. Die Übermittlung basiert ausschließlich auf der individuellen Beziehung zwischen dem berichtendem Unternehmen und seiner Bank bzw. Sparkasse. Der Unternehmer entscheidet also weiterhin selbst, wer seine Daten wann und in welchem Umfang erhält.

Der Digitale Finanzbericht soll bei allen Projektbeteiligten gleichzeitig und als von Beginn an zuverlässiger und reibungslos funktionierender Daten Übertragungsstandard eingeführt werden. Deshalb wird das Verfahren ab Juni 2017 von einzelnen Instituten aus allen drei Säulen der deutschen Kreditwirtschaft – Sparkassen, Volksbanken und Raiffeisenbanken und private Banken – sowie von mehreren IT-Dienstleistern intensiv pilotiert. Seit Februar 2017 sprechen die Projektpartner ausgewählte Steuerberater und Wirtschaftsprüfer an, um deren Unterstützung als Datensender für die Pilotierung zu gewinnen.

Die aktuelle XBRL-Taxonomie incl. des technischen Leitfaden finden Sie hier.

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